PassGo & der Wunsch nach Normalität

Die App PassGo sorgt für Schlag­zeilen und könnte im Rahmen des Corona-Testver­fah­rens ein bedeu­tender Schritt hin zu mehr Norma­lität sein – vor allem im Wolfs­burger Freizeit­be­reich. Beteiligt an PassGo ist mit Dirk Wöhler eines der bekann­testen Gesichter der Veran­stal­tungs­branche in der Region. Als Gast bei “Sach mal, Dennis…” gibt er Hinter­grund­in­for­ma­tionen und berichtet im Gespräch mit Dennis Weilmann und Lars Vollme­ring auch über seine 20 Jahre Event-Organi­sa­tion für den VfL Wolfsburg und die Aktion “Kultur­ge­sichter”, die bundes­weit für Aufsehen gesorgt hat.

Transkript

Off
“Sach mal, Dennis…” – der Wolfsburg Podcast Dennis Weilmann und Lars Vollmering.

Lars Vollme­ring
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge “Sach mal, Dennis…”, dem Podcast über die wichtigen Themen in unserer Stadt. Und da begrüße ich wie immer an meiner Seite OB-Kandidat und Namens­geber des Podcasts Dennis Weilmann, Hallo.

Dennis Weilmann
Hallo Lars, ich grüße dich.

Lars Vollme­ring
Ja, wir waren das letzte Mal hier zusammen und haben mit Nicolas Heidtke über das wichtige Thema Ehrenamt gespro­chen. Was hast du da für Resonanz bekommen, auf die Geschichte, was der Nicolas so erzählt hat?

Dennis Weilmann
Naja, das Vereins­leben in Wolfsburg ist von jeher unheim­lich ausge­prägt. Wir haben ganz viele Menschen, die in Vereinen, auch in Sport­ver­einen organi­siert sind und insofern ist das natürlich auch wahrge­nommen worden. Der VfB Fallers­leben ist ja aktuell größter Verein Wolfs­burgs und unter den Top Ten in Nieder­sachsen. Und ja, haben viele gesagt “Mensch ist super, dass ihr euch auch mit diesen Themen beschäf­tigt, mit dem Thema Ehrenamt”. Hat mich natürlich gefreut.

Lars Vollme­ring
Und wir werden heute natürlich auch wieder verstärkt über das Thema Corona sprechen müssen – da über das Thema testen. Und da haben wir uns einen sehr, sehr inter­es­santen Gast heute einge­laden, der sehr viel damit zu tun hat. Aber bekannt ist er eigent­lich als Unter­nehmer und auch als eines der Gesichter der Veran­stal­tungs­branche hier in der Region. Und das ist Dirk Wöhler. Grüß’ dich, Dirk!

Dirk Wöhler
Hallo Lars, hallo Dennis, hi.

Lars Vollme­ring
Ja, aber zum Einstieg müssen wir natürlich einmal reden. Dirk, du bist seit 20 Jahren beim VfL Wolfsburg ja auch ein bekanntes Gesicht. Oder jemand, der zum Beispiel für die Musik sorgt als Stadion-DJ oder auch als Moderator bei den entspre­chenden Veran­stal­tungen dort. Ja, VfL Wolfsburg, aktuelle sport­liche Situation: ein Sieg fehlt noch zur Champions League – hättest du damit gerechnet vor der Saison?

Dirk Wöhler
Wenn ich ehrlich bin, nicht wirklich. Also ich beobachte das natürlich sehr, sehr aufmerksam, weil wenn sie Champions League spielen oder auch Euro League, dann heißt es für uns natürlich viel mehr Spiele hier in Wolfsburg. Inter­es­santes Spiel und Mannschaften. Und das heißt für mich dann natürlich am Ende des Tages natürlich auch mehr Arbeit. Und von daher beobachte ich das natürlich immer mit Begeis­te­rung, was da passiert. Denn ich war ja nun schon zweimal bei der Champions League der Master of Ceremo­nies im Champions Club. Das ist schon echt ein cooles Feeling, muss ich sagen. Also das war schon wirklich eine tolle Sache.

Lars Vollme­ring
Aber natürlich auch so, sportlich die Geschichte sehr sehr gut. Dennis, mal kurz dein Fazit bisher, wie der VfL unterwegs ist. Wir hatten ja schon Marcel Schäfer hier zu Gast, aller­dings noch zu einem anderen Thema, nämlich seiner Heimat­ver­bun­den­heit. Aber dass das sportlich so gut läuft, ist denke ich mal auch ganz in deinem Sinne?

Dennis Weilmann
Das ist nicht nur in meinem Sinne, sondern ich glaube, da freuen sich alle Wolfs­bur­ge­rinnen und Wolfs­burger drüber. Das ist natürlich traumhaft, wenn man vielleicht im nächsten Jahr hier wieder Champions League spielen kann. Ich erinnere mich noch gut, denn so lange ist es ja noch gar nicht her, dass wir gegen Manchester United, gegen Real Madrid gespielt haben – ich auch beides auswärts miter­leben durfte. Das sind natürlich einfach unver­ges­sene Momente.

Lars Vollme­ring
Und Momente wie diese, im Sinne von ‘Da passiert was rund ums Stadion’, Dirk, ist diese Saison natürlich schwierig, möchte ich mal sagen. Du bist wie gesagt da immer sehr aktiv. Vielleicht kannst du aus deiner Sicht mal beschreiben, wie stellt sich da die Situation im Sinne von Stadi­on­er­lebnis überhaupt für dich dar? Also ich weiß ja, weil ich ja selber auch häufiger im Stadion bin und da kommen­tiere, dass da ‘Musik läuft’, aber das ist ja nicht alles.

Dirk Wöhler
Nee, das ist nicht alles. Also ich habe ja vor 20 Jahren als Stadion-DJ beim VfL angefangen und bin sehr stolz darauf, dass ich nonstop dort ohne Pause als Dienst­leister geblieben bin und mich weiter­ent­wi­ckelt habe. Als Dienst­leister für die Weihnachts­feier viele Jahre dafür verant­wort­lich gewesen, was Tische, Stühle und Technik und so weiter angeht. Aber auch an der Nordkurve die Bühne, auf der Fanmeile oder beim Stadi­on­fest zu stehen und die Tausenden von Menschen, die Fans, anzubrüllen “Gebt mir ein V, gebt mir ein F, gebt mir ein L!” Das ist natürlich Gänsehaut pur. Ich glaube, das fehlt jedem, diese Gemein­schaft. Aber es fehlt mir natürlich auch zu arbeiten. Und da, sag ich mal, mit Menschen zu arbeiten. Und das ist halt wirklich natürlich schwierig. Ich freue mich auf die nächste Saison und natürlich auf die inter­na­tio­nalen Spiele, ganz klar. Weil das natürlich Wolfsburg nach vorne bringt und, Dennis hat es ja gerade gesagt, die Wolfs­bur­ge­rinnen und Wolfs­burger freuen sich darüber. Aber ich kann dir versi­chern, dass die anlie­genden Städte und viele hier in Nieder­sachsen sich auch freuen, wenn Wolfsburg oben steht und in der Champions League spielt.

Lars Vollme­ring
Dann kommen wir noch mal zu dem eigent­li­chen Anlass deines Besuchs heute hier bei “Sach mal, Dennis…”. Kann man aber sehr gut überleiten, denn du bist beteiligt an der ja mittler­weile sehr bekannten App PassGo oder ePassGo, wie sie mittler­weile heißt. Da kommen wir auch nochmal drauf. Und das steht so ein bisschen auch im Zentrum unserer Diskus­sion oder unseres Gesprächs heute. “Pass Go & der Wunsch nach Norma­lität”, so die aktuelle Folge. Ich kann dazu sagen, PassGo wird ja auch genutzt beim VfL Wolfsburg, entspre­chend die Überlei­tung. Denn da wird getestet, dann bekommt man hinterher sein Testergebnis relativ schnell und locker auf sein Handy. Und das werden wir jetzt natürlich noch ein bisschen hier vertiefen bei “Sach mal, Dennis…”.

Lars Vollme­ring
Ja Dirk, PassGo oder ePassGo – kannst du gleich nochmal ein bisschen was zur Namens­ge­bung, dann vielleicht auch sagen –, aber natürlich erstmal auch zum Konzept dieser ganzen Geschichte. Du bist da dran beteiligt. Vielleicht kannst du mal so ein bisschen erläutern, was steckt dahinter und warum bist du da engagiert?

Dirk Wöhler
Also wir kommen aus der Veran­stal­tungs­branche. Andreas Richter ist so der Ideen­geber, den hab ich durch den VfL Wolfsburg kennen­ge­lernt, weil er da auch viele Jahre Dienst­leister ist. Und wir kommen aus der Verant­wor­tungs­branche. Und wenn jemand profes­sio­nell und sicher Veran­stal­tungen durch­führen kann, dann sind glaube ich wir das. Und wir haben uns überlegt, was kann man machen, um wieder ein bisschen Norma­lität zu bekommen, um wieder den Bürge­rinnen und Bürgern ein bisschen ihr Leben zurück­zu­geben und um sichere Atmosphären zu schaffen. Und PassGo – oder jetzt ePassGo, weil es einen Zusam­men­schluss gab mit e‑guest, das ist ein Reser­vie­rungs­system – basiert im Endeffekt auf drei verschie­denen Apps. Das ist die App, die sich jede Bürgerin, jeder Bürger hier in der Stadt Wolfsburg runter­laden kann und seine Daten dort einpflegt – diese Daten werden auch nur auf diesem Handy gespei­chert – und generiert damit dann einen QR-Code. Die zweite App ist die sogenannte Einlass-App. Da kann jedes Restau­rant, jede Gastro, jedes Theater, jedes Kino im Endeffekt den QR-Code scannen von der ersten App und generiert damit entweder ein rotes Ausru­fungs­zei­chen, so ein “Hallo, du bist nicht getestet” oder einen grünen Pfeil, im Endeffekt “Du bist getestet”. Muss man sich vorstellen wie: Ich habe ein Flugti­cket auf dem Handy, einen QR-Code, gehe zum Schalter, checke ein und dann sieht man ja, ich kann rein oder ich kann nicht rein.

Lars Vollme­ring
Ist quasi die Boarding Card, wenn man so möchte.

Dirk Wöhler
Genau. Und die dritte App, die wichtige App, ist die Testcenter App. Die wird über das Gesund­heitsamt der Stadt Wolfsburg im Endeffekt dann freige­schaltet. Und die können halt die Testzen­tren oder die Ärzte oder die Apotheken im Endeffekt haben und die geben dann das Testergebnis ein und sorgen dafür, dass man auf seiner eigenen App, auf seiner persön­li­chen App, das Testergebnis digital bekommt, keinen Zettel mehr mit herum­schleppen muss. Denn wir sind in einer digitalen Welt und wollen natürlich auch möglichst wenig Papier verschwenden und wollen natürlich auch sicher sein. Das ist das System PassGo, das funktio­niert eigent­lich wirklich reibungslos, problemlos und erleich­tert vieles und gibt uns vielleicht am Ende des Tages ein bisschen Norma­lität zurück und kann jetzt auch in Zukunft, das soll diesen Monat noch kommen, den digitalen Impfaus­weis und auch den Genesenen-Nachweis dort einpflegen. Denn da will ja die Bundes­re­gie­rung irgend­wann Ende oder Anfang nächsten Jahres dann dazu kommen, dass es einen digitalen Impfaus­weis gibt. Überall hört man jetzt, die Geimpften haben mehr Vorteile und so weiter. Es ist halt alles ein bisschen schwierig, aber wir kommen aus der Veran­stal­tungs­branche, wir sind Praktiker und wollen damit wirklich zeigen: Es geht damit, dass man wirklich Menschen nicht nur nachver­folgt, sondern dass man Menschen nur reinlässt in gewisse Bereiche, wenn sie nur negativ getestet sind und damit natürlich ein bisschen Norma­lität zurück­holt. Denn ich glaube, das ist das, was wir uns alle sehnen und auch vor der Inzidenz, die ja die Bundes­re­gie­rung auf 100 festge­legt hat, braucht man keine Angst haben. Ich war in Werni­ge­rode und ich erhoffe mir, dass das in Wolfsburg dann auch möglich ist – da war eine Tages­in­zi­denz von 183 und ich habe mit meiner PassGo App digital nachweisen können über meinen QR-Code ich bin getestet und habe in der Außen­gas­tro­nomie gesessen. Ich habe ein Stück Erdbeer­torte in der Sonne gegessen und hab ein Glas Wein dazu getrunken.

Lars Vollme­ring
Das klingt gut!

Dirk Wöhler
Das ist ein Feeling, das wollen wir alle wieder­haben und das ist digital möglich. Und wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und, sage ich mal, da dabei sind mit dem Digitalen, mit der PassGo App, dann funktio­niert das. Aber auch – es gibt 10,3 Millionen Menschen in Deutsch­land, die kein Smart­phone haben – die können natürlich nach wie vor in den Testzen­tren einen Zettel sich ausdru­cken lassen mit dem QR-Code und können dann nachweisen mit Uhrzeit, dass sie getestet wurden. Aber es ist zumindest ein Weg, wo ich wirklich auch stolz auf die Stadt Wolfsburg bin, dass sie innovativ mitent­schieden haben und gesagt haben, verschie­dene App-Lösungen sich angesehen haben, was man machen kann. Die luca App ist in vieler Munde, aber luca App ist halt ein Daten­schutz­pro­blem, der Chaos Computer Club hat es ausein­an­der­ge­nommen, und macht halt nur Nachver­folg­bar­keit. Und das ist halt so, da stellt man dann übermorgen fest, dass jemand positiv war in dem Raum und muss halt nachver­folgen. Mit PassGo lässt du halt nur negativ Getestete rein. Und damit kann man relativ einfach wieder ein bisschen Norma­lität zurückbekommen.

Lars Vollme­ring
Da können wir gleich noch ein bisschen genauer drauf kommen, aber erstmal, Dennis, die Stadt Wolfsburg hat sich ja auch bewusst für PassGo entschieden in dem Sinne. Warum ist das so passiert?

Dennis Weilmann
Naja, wir wussten ja alle und haben uns ja auch hier in diesem Kreise schon mehrfach mit der Frage beschäf­tigt: Wie kommen wir wieder zurück in ein normales Leben? Wie können wir dem Einzel­handel, wie können wir Gastro­nomie, auch Kultur­ein­rich­tungen wieder ermög­li­chen, dass sie wieder auch Gäste und Besucher empfangen können? Klar ist: Sobald alle geimpft sind, werden wir eine Chance haben, dass wieder ein Stück mehr Norma­lität kommt. Das Impfen dauert aber viel zu lange und vor dem Hinter­grund war relativ schnell klar: Wir brauchen Zwischen­lö­sungen. Und das ist auch das, was uns von Bund und Ländern sehr schnell auch signa­li­siert worden ist. Es wird wahrschein­lich über das Testen eine Möglich­keit geben, diese Zwischen­lö­sung zu erreichen. Sodass wir uns dann sehr frühzeitig auch bei der Stadt Wolfsburg auch damit befasst haben und uns überlegt haben, wie können wir da bestmög­lich uns vorbe­reiten. Da war sicher­lich erstmal erfreu­lich, dass es ein regio­nales Produkt hier aus der Region gibt, was angeboten wurde. Das war aber für uns nicht das Entschei­dende, sondern für uns war ganz einfach das Entschei­dende, dass es aus der damaligen Sicht ein Produkt war – die PassGo App –, die eben genau dieses Testen imple­men­tiert hat, wo wir also eine Möglich­keit hatten, die Tests, die gemacht werden, dann auch nachzu­weisen über ein digitales Format. Das war eigent­lich das Entschei­dende am Ende. Und vor dem Hinter­grund hat sich die Stadt Wolfsburg damals entspre­chend entschieden im Wissen, dass sich die Situation auch wieder ändern kann. Also es kann auch sein, dass wir in ein paar Monaten eine ganz andere Situation haben, dass sich andere Produkte durch­setzen. Da ist einfach der Markt im Moment extrem schnelllebig.

Lars Vollme­ring
Wie ist denn die Resonanz? Kannst du da mal was zu sagen? Ihr habt da ja sicher­lich auch Resonanz bekommen oder die Stadt hat da sicher­lich auch Resonanz drauf bekommen.

Dennis Weilmann
Also zunächst mal ist es ja so, dass schon ganz viele Testzen­tren in Wolfsburg, die jetzt entstanden sind, in den letzten Wochen, auch an die PassGo App angeschlossen sind. Also das sind tatsäch­lich sehr viele. Das heißt, es wird auch genutzt und viele nehmen das auch als sehr angenehm wahr. Man geht hin, hat sofort – Dirk hat’s berichtet – hat sofort das Ergebnis auf seinem Handy und kann das dann eben auch entspre­chend nutzen. Das Problem im Moment ist, man kann es jetzt noch nicht so wahnsinnig gut nutzen, denn so eine Situation, wie er sie gerade aus Werni­ge­rode beschrieben hat, gibt’s halt in Wolfsburg oder in Nieder­sachsen aktuell nicht. Die Inzidenz­zahlen sind zu hoch. Und erst wenn wir unter der 100er Grenze sind, dann wird man nochmal viel inten­siver in die Nutzung kommen. Aber natürlich gibt’s auch jetzt schon die Möglich­keit, im Einzel­handel jetzt auch die PassGo App zu nutzen. Im Einzel­handel sind da nicht alle glücklich darüber, dass es jetzt diese Testpflicht gibt. Aber am Ende sind wir natürlich als Stadt Wolfsburg auch auf die Geset­zes­lage von Land und Bund angewiesen und müssen es umsetzen. Und wir versuchen bestmög­lich pragma­ti­sche Lösungen anzubieten, um das dann auch als Dienst­leister für Gastro­nomie, Handel und andere dann auch möglich zu machen.

Lars Vollme­ring
Gleiche Frage auch an dich, Dirk. Thema Resonanz: Also was habt ihr auch für Resonanz bekommen auf PassGo oder ePassGo?

Dirk Wöhler
Ja, also durchweg wirklich positiv. Wir haben in Braun­schweig Teststa­tionen und auch in Hannover, wo ja die Stadt in Braun­schweig zum Beispiel gesagt hat, wir machen nur Nachver­fol­gung mit der luca App. Aber trotzdem die Menschen sagen, digitale Lösungen finde ich cool. Ich komme zum Testen, ob mit oder ohne Termin. Ich lasse mir das Stäbchen in die Nase oder in den Rachen, das dauert 30 Sekunden. Dann lasse ich mein Handy scannen, zeige den Perso­nal­aus­weis, dass man auch sieht, dass ich das bin und gehe dann wieder. Und muss nicht warten auf ein Testergebnis und bekomme dann mein Testergebnis als PDF, aber auch in die App und kann damit dann im Endeffekt das Handy vorzeigen. Und der Einlass­punkt sollte natürlich dann auch den Perso­nal­aus­weis kontrol­lieren, dass man das wirklich ist. Das ist auch in Städten, die, sage ich mal, nicht so innovativ sind wie Wolfsburg, also Braun­schweig zum Beispiel, finden die Menschen das durchaus echt cool und sagen “Hey, das eine coole Lösung, die sicher ist und die wirklich schnell ist und unkom­pli­ziert”. Also wie ein Flugti­cket, das kennt jeder von uns. Du hast den QR-Code auf dem Handy. Du gehst da hin mit deiner Wallet und hältst es drauf und das Ding sagt “Piep, du darfst rein”. Und nichts anderes ist es im Endeffekt. Nur, dass wir halt noch den Impfaus­weis und auch den Genesungs­nach­weis dann mit imple­men­tieren können, um einfach wirklich – also wir kommen aus der Veran­stal­tungs­branche. Ich möchte meinen normalen Job wieder machen. Ich möchte wieder beim VfL auf der Bühne stehen und möchte die Fans anbrüllen und die müssen mich zurück anbrüllen. Ich will, keine Ahnung, wieder Schals und Käppis und Bälle in die Menschen schmeißen und ich will einfach wieder strah­lende Gesichter sehen und nicht nur Masken vor mir. Und das müssen wir gemeinsam schaffen. Und da ist das halt ein Weg. Und Dennis hat schon gesagt – natürlich kann da übermorgen was anderes kommen, was innova­tiver ist, gar keine Frage. Aber der falscheste Weg wäre jetzt, gar nichts zu machen. Und nur nachzu­ver­folgen. Weil besser testen und dann im Endeffekt nachver­folgen als nur nachzu­ver­folgen. Das macht keinen Sinn.

Dennis Weilmann
Und für uns wäre es unheim­lich wünschens­wert, wenn es jetzt noch gelingen würde, die vielen Tests, die ja jetzt auch in den Schulen und in den Unter­nehmen gemacht werden, wenn es da eine Chance gäbe, die jetzt auch zu nutzen. Also das ist natürlich nochmal eine riesen Hürde, wenn Menschen dann sich im Unter­nehmen ohnehin testen und dann aber diesen Test gar nicht nutzen dürfen, weil es keine Beschei­ni­gung gibt, die man beispiels­weise dann über PassGo auch nachweisen könnte, um dann vielleicht abends nochmal ins Restau­rant zu gehen oder im Einzel­handel was einzu­kaufen. Solange ich da noch mal wieder eine zusätz­liche Testung über die Testzen­tren brauche, haben wir eine unnötig hohe Hürde. Und das ist sicher­lich wünschens­wert, dass wir das anders gestalten können.

Dirk Wöhler
Aber da werden ja mit Sicher­heit auch Unter­nehmen, die ein einge­wieses Fachper­sonal haben – stell dir vor, du kommst morgens in deine Firma, wirst von deinem Chef getestet. Es gibt jemanden, der mit dieser App arbeiten darf, weil er einge­wiesen ist, weil er eigent­lich dieses Fachper­sonal ist, und testet dich. Und du kannst mit dem Test, der in der Firma gemacht wird, abends noch ins Kino oder abends noch essen gehen. Du liebst doch deinen Chef, du gehst doch gerne arbeiten und sagst doch “Scheiß auf Homeof­fice, ich will endlich arbeiten, damit ich getestet bin, damit ich abends wieder was erleben kann. Das ist doch die Realität. Der muss man doch wirklich mal ins Auge sehen, dass viele Menschen am Anfang gesagt haben “Homeof­fice ist geil”. Aber mittler­weile können sie die vier Wände nicht mehr sehen und wollen mal wieder das Gespräch führen, sich mit Mitar­bei­tern austau­schen. Und da ist das zumindest ein Weg, der digital geht, der relativ entspannt geht und der uns wieder so ein bisschen Norma­lität zurückbringt.

Lars Vollme­ring
Komme ich aber nochmal auf das Thema, was da alles dran hängt. Also die Ergeb­nisse, die die App liefert und die Möglich­keiten, die das auch bietet. Ich glaube, das ist unbestritten. Wie sieht es denn aus in Richtung Kosten? Sowas entwi­ckelt sich nicht von selber. Da sind ja auch Ressourcen nötig. Dann muss es ja irgendwie Lesege­räte wahrschein­lich geben oder so.

Dirk Wöhler
Du brauchst nur das Handy. Weil jedes Handy, wenn du einen QR-Code irgendwo siehst, hältst du dein – egal welche Marke du hast – machst du die Kamera an, hältst auf den QR-Code und im Endeffekt erkennt das das Handy und geht dann auf den Link der Webseite. PassGo ist halt ein geschlos­senes System, wo du den QR-Code selber generierst. Die App kann man kostenlos runter­laden im Google Playstore oder im App Store und einfach mal die Daten eingeben. Und dann sieht man, dass da praktisch der QR-Code selber generiert wird. Wichtig daran ist, und das ist der Unter­schied zwischen dieser App und anderen Anbietern, es bleiben halt nur die Daten auf deinem Handy. Erst wenn du im Endeffekt ins Testcenter gehst, dann werden die Daten auf das Testcenter-Handy übertragen und werden da nach 24 Stunden wieder gelöscht, auch Daten­schutz. Außer du bist positiv, aber dann muss man dich eh melden und dann ist es sinnvoll, dass derjenige natürlich gemeldet wird, damit wir die Leute, die keine Symptome haben – also ich hatte letzte Woche einen Positiven, der hat gar keine Symptome gehabt, nichts. Den habe ich einen Tag vorher getestet, da war er negativ. Dann haben wir ihn zweimal hinter­ein­ander getestet. Beides mal positiv. Und diese Menschen müssen wir finden, weil das sind die gefähr­li­chen, die andere anstecken. Und wenn wir die weghaben, dann geht es weiter. Und von daher ist das alles relativ easy. Man muss sich halt damit beschäf­tigen und man muss halt ein bisschen innovativ sein. Und wenn ich, sage ich mal, ein bisschen Leben wieder zurück­haben möchte und mich dann vielleicht auch wieder irgendwo draußen hinsetzen möchte, jetzt in der Außen­gas­tro­nomie, dann ist das ein Weg, der relativ unkom­pli­ziert geht. Und ich glaube, den kann man durchaus mitgehen.

Dennis Weilmann
Und da ist es halt wichtig, dass wir die Menschen davon auch überzeugen. Dass es das wert ist, auch zu sagen “Mensch, ich lass mich schnell testen”. Das ist kein großer Aufwand und dafür kann ich dann eben wieder ein Stück weit mehr am Leben teilhaben. Und das wünschen wir uns. Dafür werben wir auch. Und das hilft dann auch Gastro­nomie, Einzel­handel, Kultur und allen Betrof­fenen, die gerade besondere Verlierer dieser Krise einfach in den letzten Monaten gewesen sind.

Dirk Wöhler
Ja, ich würde das sogar noch ein bisschen drasti­scher ausdrü­cken. Ich glaube, die Veran­stal­tungs­branche in erster Linie, die Kultur in diesem Land, das ist so der Kolla­te­ral­schaden der ganzen Corona-Krise. Das muss man wirklich so sagen, weil viele natürlich da mit den Förde­rungen als Soloselb­stän­dige im Endeffekt keine Betriebs­kosten haben und wirklich auf Hartz IV – also auch ich als Unter­nehmer, der 25 Jahre selbst­ständig ist. Meine Perspek­tive für meine Mitar­beiter ist: die bekommen Kurzar­beit, die Auszu­bil­denden muss ich weiter beschäf­tigen. Aber ich selber als Unter­nehmer, ich habe die Grund­si­che­rung, weil es keinen Unter­neh­mer­lohn gibt. Und das ist natürlich vom Kopf her echt schon schwierig. Ich habe zum Glück die letzten Jahre gut gewirt­schaftet, dass ich das nicht muss. Aber ich kenne viele, die müssen das. Und das ist natürlich echt wahnsinnig schwierig.

Lars Vollme­ring
Und wie kann man da, Dennis, vielleicht auch ein bisschen von öffent­li­cher Seite noch rangehen? Bzw. was sind deine Ansätze, wo du sagst, da müsste man noch mehr machen?

Dennis Weilmann
Ja, Dirk hat es völlig zu Recht beschrieben. Die Kultur- und Veran­stal­tungs­branche ist ein Bereich, der extrem zu den Verlie­rern gehört, der Pandemie, und manchmal nicht so sehr im Fokus der Öffent­lich­keit steht. Da kommen wir ja vielleicht gleich noch zu. Da hat Dirk ja auch eine ganz tolle Aktion vor ein paar Monaten ins Leben gerufen. Die Kultur­ge­sichter. Genau das ist es, was es braucht: Aufmerk­sam­keit. Es braucht auf der einen Seite Aufmerk­sam­keit. Wir müssen aber auch ganz viel tun. Also Kultur­ver­wal­tungen der Städte können natürlich auch viel tun, finan­zi­elle Unter­stüt­zung, Projekt­för­de­rung, aber auch natürlich wieder Aufträge generieren. Also es muss jetzt auch wieder losgehen und wir dürfen da nicht zu zögerlich sein, auch Veran­stal­tungs­for­mate zu planen. Auch wenn wir ein Stück auf Sicht fahren müssen und nicht genau wissen, was dürfen wir zu welchem Zeitpunkt. Wir haben das glaube ich im letzten Jahr mit der Phäno­me­nale ganz gut bewiesen, dass dieser Mut sich auszahlen kann. Wir haben damals ein ganz tolles Kultur­format auf die Beine gestellt, haben das auch zum größten Teil analog durch­führen können, wussten aber zwei, drei Wochen vorher nicht, ob das gelingt. Also da braucht es jetzt auch Mut.

Dirk Wöhler
Genau.

Lars Vollme­ring
Das sind so Punkte, die Dennis jetzt gerade aufge­zählt hat. Reicht dir das oder würdest du dir noch mehr wünschen und wenn ja, was?

Dirk Wöhler
Ja, wünschen. Also Mut ist glaube ich das wichtigste Wort, was Dennis eben unter anderem gesagt hat. Das nächste ist Tun, sind Worte mit drei Buchstaben. Das ist für mich das Wichtige. Wenn du siehst, dass es Bürger­meister oder Oberbür­ger­meister gibt in anderen Städten, die halt testen, testen, testen, die halt im Endeffekt durch die Medien gehen, ob es Tübingen ist, ob es Rostock ist, die wirklich mutig sind oder gesagt haben wir müssen diesen Weg gehen, um halt wirklich den Bürge­rinnen und Bürgern meiner Stadt oder meines Landkreises halt ein bisschen Perspek­tive zu geben. Denn als Bürger­meister oder Oberbür­ger­meister oder als Landrat hast du nun mal die Verant­wor­tung für die Menschen. Du hast irgend­wann gesagt “Ich lasse mich wählen für diesen Posten” und dann musst du Mut haben. Und dann finde ich das super, oder sehr gut, was Dennis sagt, dass er in diese Richtung geht. Und dass er natürlich so was auch unter­stützt. Und als Kultur­de­zer­nent der Stadt ist es natürlich für mich auch wirklich wahnsinnig toll gewesen, dass er gesagt hat Kultur­ge­sichter ist Menschen ein Gesicht geben, die in dieser Branche arbeiten, aber auch Leuten, die halt vielleicht gerne ins Theater gehen, denen vielleicht wieder eine Perspek­tive zu geben, ein bisschen Mut zu machen, wirklich Gemein­schaft im Endeffekt da zu sehen. Und wenn man dann als Kultur­de­zer­nent wirklich offene Türen einrennt bei Dennis, dann ist das für mich natürlich toll, weil du gibst natürlich anderen Menschen damit auch wieder so ein bisschen, dass man nicht alleine ist. Denn wenn wir jetzt, sage ich mal, von drei Monaten reden würden, wo wir nicht arbeiten konnten. Aber ich bin über ein Jahr. Ich habe mit meinem Unter­nehmen 88,6 Prozent Umsatz­ein­bußen. Wir drehen mit meinem Unter­nehmen knapp eine Million im Jahr. Kannst du dir selber ausrechnen, was da weg ist. Aber die Kosten, die laufen 100 Prozent weiter. Die Perso­nal­kosten halt im Endeffekt durch Kurzar­beit. Auch da geht ja was in den Köpfen der Mitar­beiter vor, die sich halt irgendwie anders umsehen und so weiter. Und von daher finde ich ganz wichtig, dass man da Mut hat und im Endeffekt, ja, auch den Mut hat, Veran­stal­tungen zu planen und zumindest zu gucken, dass man da etwas auf die Beine stellt. Nicht nur für die Bevöl­ke­rung, die als User gerne daran teilnehmen, sondern auch die Menschen, die damit ihren Lebens­un­ter­halt verdienen. Denn wir sind keine Spaßbranche. Also wenn ich zu einer Veran­stal­tung gehe, die von Veran­stal­tungs­tech­nik­firmen geplant ist, dann kann ich am Anfang meinen Verstand abgeben. Ich kann mich betrinken, kann machen und tun. Die passen auf, dass mir nichts passiert und setzen mich sogar zum Schluss noch ins Taxi. Und da müssen wir wieder hinkommen.

Lars Vollme­ring
Ihr sorgt dafür, dass andere Spaß haben. Und darum geht es jetzt. Und das ist ganz gut, dass du mir quasi dieses Stichwort auf dem Silber­ta­blett servierst: Kultur­ge­sichter. Da wollen wir jetzt auch nochmal drüber reden im dritten Teil bei “Sach mal, Dennis…”.

Lars Vollme­ring
Ja, Stichwort Kultur­ge­sichter. Dennis, haben wir gerade schon mal so ein bisschen drüber geredet über diese Aktion, die der Dirk da auch mit ins Leben gerufen hat. Kannst du aus deiner Sicht mal schildern, warum ist das so wertvoll letzt­end­lich? Was wird da gemacht? Und was bringt das, ich sag mal, für das Bewusst­sein in der Bevölkerung?

Dennis Weilmann
Wir müssen einfach gucken, dass die Kultur am Ende nicht verliert und nicht die Verlierer sind, die wir nicht mehr auch ein Stück weit wieder zurück­holen können. Wir erleben das doch ganz häufig, dass gerade dieje­nigen, die Soloselbst­stän­dige sind – Schau­spieler, Sänger, Kultur­schaf­fende aller Art – ganz viele, von denen ich höre, sie haben inzwi­schen sich auch schon anders orien­tiert. Das heißt, die sind inzwi­schen in anderen Jobs und gehen anderen Tätig­keiten nach. Und das hat auch Auswir­kungen auf die Kultur­branche insgesamt. Und da müssen wir gegen­steuern. Da müssen wir auch Formate anbieten. Da müssen wir unter­stützen. Da müssen wir ganz viel tun. Und die Kultur­ge­sichter waren für mich einfach ein Highlight, weil wir mit der Aktion von Dirk unheim­lich viel Aufmerk­sam­keit nieder­sach­sen­weit bekommen haben für die Kultur­branche. Und das hat denen gutgetan, mal wieder ein Stück im Fokus zu stehen, auch mal im Interview zu sein. Deswegen hab ich auch nicht gezögert, als Dirk mich gefragt hat und da natürlich gerne sofort mitgemacht.

Lars Vollme­ring
Dirk, diese Gesichter, die du ein Stück weit ja auch angeworben hast oder anwerben musstest, oder haben die einfach bei dir angerufen und haben gesagt “Ich möchte da gerne mitmachen”? Vielleicht kannst du einmal so ein bisschen einen Einblick geben in die Aktion an sich, was da genau passiert ist, dass man auch genau nachvoll­ziehen kann, so ist es gelaufen mit den Kulturgesichtern.

Dirk Wöhler
Da muss ich ein ganz bisschen ausholen, damit man das versteht. Also eigent­lich bin ich ja jemand, der Veran­stal­tungen plant, Veran­stal­tungen durch­führt oder beim VfL auf der Bühne steht und die Fans anschreit und motiviert. Und letztes Jahr hab ich dann angefangen, Demons­tra­tionen zu machen. Irgend­wann haben wir gesagt, Moment mal, wir als Veran­stal­tungs­branche, das geht so nicht. Das läuft so nicht. Und ich hab halt einen Sarg genommen und hab – wenn man bei Google Sarg und Veran­stal­tungs­branche eingibt, dann wird man sehen, dass dieser Sarg bei Anne Will war, im Sport­studio usw. Aber ein Sarg ist für mich nichts Schlimmes, sondern vor einem Sarg stehst du und denkst gerne an das zurück, was sich in diesem Sarg befindet. Und für mich sind halt Kultur und Veran­stal­tungen in diesem Sarg. Ich möchte die aber nicht beerdigen, ich möchte den Sarg wieder aufmachen und möchte sagen Hey, da geht’s lang. Wir haben in Berlin demons­triert, die Alarm­stufe-Rot-Demos für die Veran­stal­tungs­branche mit Dieter Haller­vorden, Campino, Herbert Gröne­meyer, Roland Kaiser. Die hab ich im Endeffekt angemeldet und verant­wortet. Und dann wurde es irgendwie Herbst und dann ging es in den November. Und dann habe ich gedacht Moment mal, also Kultur­ge­sichter ist ja bundes­weit etwas, das in den Städten passiert. Warum fasst das hier niemand an? Ich komme nun aus Braun­schweig und hab gesagt “0531” – also es ist ja “Kultur­ge­sichter” und dann immer die Vorwahl – das ist mir viel zu klein. Wir sind hier eine Region. Wir stehen zusammen. Wir sind Wolfsburg. Wir sind Salzgitter. Wir sind Helmstedt. Wir sind Gifhorn und Wolfen­büttel und Seesen. Also alles was mit 0 5 3 anfängt. Und das sind 63 verschie­dene Gemeinden und Städte, die da zusam­men­stehen. Und dann haben wir ein Shooting gemacht, wo wir 10 Leute, die ich angerufen habe und gesagt habe “Hey, wollen wir das nicht machen?” Und die fanden das alle cool und dann haben wir ein Shooting gemacht mit 10 Leuten und haben natürlich erstmal angele­ckert. Und mittler­weile sind wir bei 600. Mein Ziel ist es jetzt, die 1000 voll zu machen, weil das war für mich erst der Anfang. Und wir wollen jetzt auch in naher Zukunft, sage ich mal, Plakat­wände der Städte mit den Gesich­tern füllen, um natürlich einer­seits Aufmerk­sam­keit zu bekommen, aber anderer­seits natürlich auch zu sagen, wir sind wirklich die großen Verlierer. Ich kenne viele, die in der Veran­stal­tungs­branche arbeiten oder gearbeitet haben. Wenn es da hieß Wochenend- und Nacht­ar­beit, dann haben die beide Arme hochge­rissen und haben sagt “Ich bin dabei!”. Jetzt gehen sie beim Automo­bil­kon­zern hier, sage ich mal, im Schicht­system arbeiten. Und das ist für jemanden, der künst­le­risch tätig ist – nichts gegen die Jobs, die da gemacht werden –, aber wenn ich immer ein kreativer Kopf war und immer irgendwie nicht wusste, was hab ich nächsten Tag auf dem Konto – weil ein Künstler ist halt ein Künstler und das ist halt in dieser Branche ganz großge­schrieben und auch bei den Techni­kern – dann ist es sehr schwer, sag ich mal, jeden Tag den gleichen Job zu machen und das macht viele Menschen vom Kopf kaputt. Und deswegen die Kultur­ge­sichter, ja, um da so ein bisschen etwas zu zeigen. Und dann haben wir am Tag des Karne­vals­um­zugs in Braun­schweig, das ist der größte Karne­vals­umzug Norddeutsch­lands, hab ich den sogenannten “Kulturzug” – hab ich gedacht okay, wir dürfen nicht Karneval feiern, wir dürfen keine Veran­stal­tung machen. Aber was wir dürfen laut Grund­ge­setz ist demons­trieren. Und solange wir uns an die Regeln halten – mit Abstand, mit Maske – können wir einen Kulturzug machen. Und auf kulturzug.com findet man auch das Video dazu. Und dann waren es am Ende nicht nur die Leute, die sich fotogra­fieren lassen haben, sondern es waren viele, die solida­risch dabei waren, es waren über 1500 Menschen. Und alle Kultur­ge­sichter – muss man sich vorstellen es war Schnee, es war 14. Februar – hatten eine zwei Meter Holzlatte in der Hand und haben obendrauf ihr eigenes Foto in 50x50 gehabt und haben darunter praktisch diese Latte getragen und hatten ihre Maske auf. Und das war ein beein­dru­ckendes Bild, dass du jeden maskiert gesehen hast, aber obendrüber hat er sein eigenes Foto gezeigt, hat Gesicht gezeigt. Und was mich da auch sehr stolz gemacht hat, dass die Bürger­meister und Oberbür­ger­meister – ob das Matthias Nerlich aus Gifhorn war, ob es Ulrich Markurth aus Braun­schweig war, ob es Klaus Mohrs hier aus Wolfsburg war, die Kultur­de­zer­nenten Dennis Weilmann, Dr. Anja Hesse aus Braun­schweig waren da. Und unser Wirtschafts­mi­nister und stell­ver­tre­tender Minis­ter­prä­si­dent Dr. Bernd Althus­mann war auch dort, hat eine Rede gehalten. Falko Mohrs war da als Bundes­tags­ab­ge­ord­neter, Carsten Müller.

Lars Vollme­ring
Also breite Front, wenn man so möchte.

Dirk Wöhler
Ja, es war für mich schon sehr beein­dru­ckend, dass das halt wirklich auch von der Politik wahrge­nommen wurde. Und dass die natürlich gesagt hat “Wir wissen darum, wir wollen das unter­stützen”. Und was man natürlich auch lernen muss, wenn du in Berlin demons­triert hast: Kunst und Kultur ist oftmals Länder­sache oder auch kommunale Angele­gen­heit. Wir haben eine Kultur­staats­mi­nis­terin, das ist Prof. Dr. Monika Grütters. Aber wenn es um Kunst und Kultur geht, ist es oftmals so runter­ge­bro­chen, dass die Kommunen da die Betei­ligten sind und darum hat’s mich natürlich sehr stolz gemacht und ich glaube, alle, die dabei gewesen sind, dass wirklich da – ich darf das mal als Anteil­nahme sehen – also dass die wirklich da waren, die Damen und Herren, die ich gerade beschrieben habe und genannt habe, und dass man da wirklich versucht hat, ein bisschen Gemein­schaft zu zeigen. Und das war für mich, wie gesagt, jetzt erst so ein bisschen der Anfang. Wir wollen jetzt die Städte plaka­tieren. Hier in Wolfsburg sind schon auf den digitalen Wänden Bilder gelaufen von den Kultur­ge­sich­tern, um wirklich darauf ein bisschen hinzu­weisen und zu sagen “Hey, wir brauchen verdammt noch mal dringend Hilfe”. Aber was noch viel, viel wichtiger ist, was Dennis vorhin gesagt hat: Wir brauchen eine Perspek­tive. Und wenn die Stadt Wolfsburg da im Endeffekt hingeht und sagt “Wir planen eine Veran­stal­tung, wir wollen wieder was machen” – ob man das dann durch­führen kann oder nicht, das steht auf einem zweiten Blatt – aber wir müssen zumindest den Leuten, die in dieser Branche arbeiten, wieder eine Perspek­tive geben. Und natürlich die Bürge­rinnen und Bürger, die jetzt zuhören, die freuen sich ja auch darauf, wenn sie irgendwie mal wieder irgendwas machen können. Also man will ja mal wieder irgendwie ins Theater oder will irgendwo was erleben.

Dennis Weilmann
Das ist, glaube ich, das ganz Entschei­dende, das Aufmerks­amma­chen. Das war total wichtig vor ein paar Monaten, dass wir das gemacht haben und das bleibt wichtig. Entschei­dend wird aber sein, dass wir jetzt wieder ins Tun kommen und dass wir wirklich jetzt die Zeit auch nutzen, auch die Tests nutzen, die Möglich­keiten, die wir jetzt haben, Kultur wieder ganz analog möglich zu machen. Also die Wolfs­burger Kultur­land­schaft die ist grandios, die ist vielfältig. Die haben ganz tolle Möglich­keiten im letzten Jahr auch geschaffen, sich digital darzu­stellen. Da sind ganz tolle Formate entstanden. Aber nichts­des­to­trotz freuen sich natürlich alle, auch wieder vor Publikum aufzu­treten, die Museen aufzu­ma­chen für die Menschen, also all das, was jetzt eben lange nicht möglich war. Und wir haben uns auch bei der Stadt Wolfsburg für das große Förder­pro­gramm Kultur­sommer mit beworben, gehen auch davon aus, dass das klappen wird. Weil das ist natürlich auch nochmal eine Chance, dass wir die Innen­stadt wieder beleben, dass wir gleich­zeitig Kunst und Kultur, die Veran­stal­tungs­branche fördern. Das ist das Ziel – und nicht ein Perspek­tiv­ziel für in ein, zwei Jahren, sondern für dieses Jahr.

Dirk Wöhler
Ja genau. Denn das ist ja so, ich meine, gerade jetzt Einzel­handel oder auch die Gastro­nomie hat jetzt ein halbes Jahr zu. Und das Verhalten der Menschen ändert sich ja. Ich glaube schon, dass man wieder gern ins Restau­rant geht und auch gerne vielleicht dort sitzt und einfach die Karte blättert und das genießt, dass man dann die Düfte wahrnimmt und alles so, das verstehe ich schon. Beim Einzel­handel habe ich so ein bisschen Bedenken, weil das natürlich jeder gelernt hat: Okay, ich gehe irgendwie online “Ding Dong”, nächsten Tag ist das Paket da und “Ach, gefällt mir nicht, schicke ich zurück”. Also da muss man was tun. Und da ist ja Wolfsburg auch in der Vergan­gen­heit – wenn ich das sehe, wie oft der Porsche­straße auf irgend­wel­chen Bühnen gestanden habe. Sei es der Weihnachts­markt oder sei es auch die Frauen-WM damals, also das ist ja wirklich – Braun­schweig steht da wirklich zurück und Wolfsburg ist da wirklich sehr, sehr innovativ, muss man sagen. Das muss man wieder machen. Das kann Wolfsburg sehr gut, durch die WMG, dass man wirklich die Innen­stadt belebt. Weil ich glaube, das ist dringend notwendig, um die Menschen wieder auf einen anderen Trott zu geben. Nicht “Klick, Klick” im Internet, sondern man muss, sage ich mal, den Einzel­handel da wieder attrak­tiver machen durch eine attrak­tive Stadt. Gastro­nomie, glaube ich, das wird relativ schnell wieder anlaufen, dass man da wirklich wieder hingeht.

Dennis Weilmann
Und da kann die Kultur eine ganz wichtige Rolle spielen, um auch die Innen­stadt zu beleben und eine ganz wichtige Funktion einnehmen, um wieder auch dann für den Einzel­handel, für die Gastro­nomie in den Innen­städten auch eine Brücke zu bauen.

Dirk Wöhler
Ganz genau.

Dennis Weilmann
Also Kunst und Kultur verbindet. Kunst und Kultur ist Erlebnis- und Aufent­halts­qua­lität. Die müssen wir viel mehr in die Innen­städte holen.

Dirk Wöhler
Das stimmt definitiv.

Lars Vollme­ring
“Sach mal, Dennis…” – der Podcast über die wichtigen Themen in unserer Stadt. Heute zu Gast Dirk Wöhler, eines der bekann­testen Gesichter in der Veran­stal­tungs­branche und wir haben ganz, ganz viel gespro­chen hier über das Thema Testen, über das Thema Corona, über das Thema Perspek­tiven. Sach mal, Dennis, was nehmen wir denn mit heute aus der aktuellen Folge?

Dennis Weilmann
Wir nehmen auf jeden Fall mit, wie wichtig Kunst und Kultur ist. Das kann man gar nicht oft genug betonen. Wir nehmen aber natürlich auch mit, dass das Thema Testen für den Übergang einfach eine Lösung sein kann, die hilft, wieder ein Stück in die Norma­lität zurück­zu­kommen. Und auch wenn ich weiß, wie man sich vielleicht im Einzel­handel, in der Gastro­nomie gewünscht hätte, ohne Testungen auszu­kommen, das kann ich auch nachvoll­ziehen. Die Vorgaben sind eben da. Und ich glaube, da braucht es innova­tive Lösungen, so wie sie auch die PassGo App bietet. Und vor dem Hinter­grund wünsche ich mir, dass ganz viele Menschen das auch nutzen.

Lars Vollme­ring
Ja, kann man, glaube ich, nur so unter­strei­chen. Dirk, ich glaube, da gibst du auch Dennis vollkommen Recht in dem Zusammenhang.

Dirk Wöhler
Definitiv. Ja doch, das ist wirklich so. Da sage ich mal, Dennis und ich, wir kennen uns schon viele Jahre. Aber was Dennis ja vorhin auch gesagt hat, auch wenn wir uns kennen: Wenn es andere, bessere Lösungen gegeben hätte, dann wäre Wolfsburg darauf gegangen, was PassGo angeht. Und von daher finde ich das sehr, sehr gut, muss ich wirklich sagen, dass Dennis der Kandidat hier als Oberbür­ger­meister ist. Freue mich darauf, auf eine spannende Wahl. Ich glaube, für mich ist schon relativ klar, was passieren wird und finde das sehr gut, dass Wolfsburg wirklich jemanden hat, der innovativ ist, der wirklich nach vorne denkt und, ja, der wirklich die letzten Jahre einen wirklich sehr, sehr guten Job gemacht hat. Und da würde ich mich persön­lich sehr freuen, wenn das die nächsten Jahre hier mit Dennis Weilmann als Oberbür­ger­meister. Ich würde gerne mal sagen: “Guten Tag, Herr Oberbürgermeister”.

Lars Vollme­ring
Ich bedanke mich jeden­falls, dass du bei uns zu Gast gewesen bist heute hier im Podcast “Sach mal, Dennis…”. Und falls du jemanden brauchst, der bei dir vorbei­kommt, dich öfter anschreit, du hast ja gesagt vorhin, das fehlt dir so ein bisschen, dann komme ich gerne vorbei und übernehme den Job.

Dirk Wöhler
Wir machen das so, ich sage “Gib mir ein V”, du brüllst zurück, du kennst das beim VfL.

Lars Vollme­ring
Das kenne ich sehr gut, ja, was das angeht. Insofern vielen Dank für deinen Besuch heute und natürlich auch danke an den Namens­geber des Podcast und OB-Kandidat, Dennis Weilmann.

Dennis Weilmann
Ja, vielen Dank Dirk, dass du heute da warst. Vielen Dank Lars für die Moderation.

Lars Vollme­ring
Und wir hören uns dann wieder demnächst mit einer neuen Folge hier bei “Sach mal, Dennis…”.

Off
“Sach mal, Dennis…” – der Wolfsburg Podcast mit Dennis Weilmann und Lars Vollmering.